Vor unserer Haustüre - Der ältester Nationalpark der Alpenregion
SCHWEIZ - Eine kleine Gruppe von Naturforschern war es, die 1. August 1914 den Schweizerischen Nationalpark (SNP) im Kanton Graubünden gründete. Fritz und Paul Sarasin, Carl Schröter, Steivan Brunies und ihre Mitstreiter waren dagegen, dass die zunehmende Industrialisierung immer weiter um sich greift. Sie wollten die Naturschönheiten ihres Landes bewahren, aber auch fördern und von ihnen lernen. Dies ist ihnen gelungen, denn seit Bestehen des SNP achtet die jeweilige Direktion besonder auf den Naturschutz. So dürfen in dem Park bis heute keine Tiere gejagt, keine Bäume geschlagen und keine Wiesen gemäht werden. "Im Nationalpark herrschen Zustände, wie sie vor dem Eintreffen der Menschen vor 5000 Jahren überall geherrscht haben," lautet das Konzept, das auch vom heutigen Direktor Hendrik Haller unterstützt wird. Dazu gehört auch, dass der Park im Winter geschlossen wird. Dafür finden Besucher von Juni bis Oktober in diesem Areal, das zu den Gemeinden Zernez, S-chanf, Scuol, Valchava und Lvin gehört, ein Netz aus ingesamt 80 Kilometern Wanderwegen. Aber auch hier gilt: Die Natur steht absolut im Vordergrund. Denn die Hirsche, Gämse, Steinböcke, Murmeltiere, Steinadler, Bartgeier und ihre Mitbewohner, sollen nicht belästigt werden.
DOCH ALL DIESE Massnahmen lohnen sich. Die Besucher werden mit traumhaften Ausblicken in unberührter Natur belohnt. Aufmerksame Betrachter finden eine umfangreiche Pflanzenvielfalt und können mit ein wenig Glück auch das ein oder andere seltene Tier entdecken. "Das ist wirkliche einzigartig für die Schweiz", so Hans Lozza vom SNP. "In Kanada ist die unberührte Batur selbstverständlich. doch wir müssen hier hart darum kämpfen." Allerdings sei es durchaus nicht so, dass man dem Fortschritt abgeneigt ist. So werde zurzeit an einem neuen Informationszentrum gebaut. Das alte stammt aus dem Jahr 1968 und ist lauft Lozza nicht mehr zeitgemäss.
"DAS NEUE ZENTRUM soll den Menschen die Wunderwelt der Natur näher bringen. Natürlich ist es kein Ersatz für die echte Erfahrung im Nationalpark. Aber es soll weitergehende Informationen bieten", erläutert Lozza. Das Nationalparkzentrum wird im Bereich des Schlosses Planta-Wildenberg Zernez entstehen. Ein Teil des Schlosses soll die Verwaltung und Vortragsräume beherbergen. Ausserdem wird ein Neubau von etwa 1000 Quadratmetern errichtet, der dann multimediale Ausstellungen über den Schweizerischen Nationalpark beherbergen wird.
